Was macht Schnörkel so besonders?

Seitdem ich die Stilepoche Rokoko entdeckt habe, reizen mich die geschwungenen Formen. Ich finde es faszinierend, wenn das Auge den wohlgeformten Kurven entlang fließt und bevor der Blick das Ende der Kurve erreicht, hüpft es automatisch auf die nächste Kurve und wandert weiter. Was eine Charaktereigenschaft des Stils Rokoko ist, gibt mir ein Gefühl der anhaltenden und nicht endenden Schönheit von Rundungen.

„Flourishes“ hört sich einfach besser an

Es ist leider nicht so einfach, diese Schnörkel aufwertend einzusetzen. Jedoch ist bei den schönsten Verzierungen um einen Schriftzug herum zu beobachten, dass die schnörkeligen Formen fast immer aus Ovalen bestehen und dabei oft harmonisch zur Neigung der Buchstaben liegen.

In Englisch heißt es Flourishes. Auch wenn Schnörkel ein sehr niedlicher und liebenswürdiger Name für diese Verzierungen ist, gibt er in meinen Augen in keinster Weise die Qualität und Besonderheit wieder, die professionell eingesetzte Schnörkel ausdrücken können. Das Wort Schnörkel finde ich daher nicht wertschätzend genug (die deutsche Übersetzung wirkt so lapidar, spontan und nicht graziös), weil es sehr viel Übung bedarf, diese dekorierenden Rundungen gestalterisch sicher einzusetzen.

Wer sich mit den Schnörkeln schon mal näher befasst hat, weiß welche Herausforderungen man gegenübersteht, bei immer wieder neuen und nicht wiederkehrenden Situationen die richtige Balance zu finden, damit die Schnörkel nicht störend wirken und dem zu dekorierenden Wort eher Aufmerksamkeit nehmen, als sie ihm zu schenken.

Nachfolgend erfährst du 8 Tipps,
die dir beim Einsatz von Schnörkeln helfen können:

1. Setze Schnörkel immer nachdem du das Wort geschrieben oder gelettert hast. Denn dann hast du einen genauen Überblick, welchen freien Raum du zur Verfügung hast und wie die Balance des gesamten Wortes ist.

2. Achte beim Setzen auf die Balance. Sollte dein Lettering einen großen Anfangsbuchstaben haben, dann könnte ein Schnörkel zum Ende des Wortes für eine ausgleichende Balance sorgen.

3. Wenn du Schnörkel kreuzen lässt, dann sollten es möglichst rechtwinklige Kreuzungen sein, damit die Kreuzung sauber und deutlich zu sehen ist.

4. Versuche die runden Formen mit dem ganzen Arm zu zeichnen, denn so kommen schönere und natürlichere Formen heraus.

5. Weniger ist mehr. Gerade wenn du beginnst, setze lieber wenig Schnörkel. Oft reicht nur ein Schnörkel pro Wort.

Hier siehst du einen Auszug aus dem aktuellen Schnörkel-Leitfaden mit drei weiteren Tipps.

schnoerkel-leitfaden

Wenn du dich gerne noch mehr mit Schnörkel befassen möchtest, dann findest du im kompletten Leitfaden (13 Seiten) weitere Regeln, noch mehr Praxisbeispiele, Übungsformen, Inspirationen und mehr zu diesen wundervollen Formen. Informationen dazu findest du hier.

Eine englische Version (2 Seiten weniger) ist auch erhältlich über amazon.

 

Autor: Robert Bree
Foto und Grafik: Robert Bree
Short-URL: https://goo.gl/J4DjUv

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